
Mindestbeitrag Krankenkasse Selbstständige 2026: Höhe und Berechnung | diebestekasse.de
Selbstständige zahlen 2026 einen Mindestbeitrag zur Krankenkasse – auch bei niedrigem Einkommen. Wie hoch ist der Mindestbeitrag und welche Kassen sind günstig?

Agon Ramadani
Das Wichtigste in Kürze (Stand: August 2026)
Selbstständige zahlen 2026 einen Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung von mindestens 17,5 Prozent der Mindestbemessungsgrundlage, selbst wenn ihr Einkommen darunter liegt. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent, der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 2,9 Prozent. Als Selbstständiger trägst du den gesamten Beitrag allein. Die günstigste Kasse ist die BKK firmus mit 2,18 Prozent Zusatzbeitrag (verfügbar in zehn Bundesländern), die teuerste ist die BKK24 mit 4,39 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 5.812,50 Euro monatlich.
Wenn du selbstständig bist und dich gesetzlich versichern möchtest oder musst, stehst du vor der Frage, wie viel Beitrag du mindestens zahlen musst. Anders als bei Angestellten gibt es keine Gehaltsabrechnung, aus der sich der Beitrag automatisch ergibt. Die Krankenkasse berechnet deinen Beitrag auf Basis deines Einkommens aus der selbstständigen Tätigkeit. Doch selbst wenn du gerade erst startest oder wenig verdienst, gilt eine Mindestgrenze.
Wie hoch ist der Mindestbeitrag für Selbstständige in der Krankenkasse?
Die Krankenkasse legt für Selbstständige eine Mindestbemessungsgrundlage fest. Diese orientiert sich an einem fiktiven Mindesteinkommen, das die Kassen zugrunde legen, selbst wenn dein tatsächliches Einkommen darunter liegt. Auf diesen Betrag werden dann die Beitragssätze angewendet.
Der Gesamtbeitragssatz setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Bei der BKK firmus mit 2,18 Prozent Zusatzbeitrag ergibt sich ein Gesamtsatz von 16,78 Prozent. Bei der TUI BKK mit 2,50 Prozent sind es 17,1 Prozent. Bei der BKK24 mit 4,39 Prozent sind es 18,99 Prozent. Der Unterschied kann sich deutlich bemerkbar machen.
Als Selbstständiger zahlst du den vollen Beitrag selbst, es gibt keine Arbeitgeberbeteiligung.
Wann gilt die Mindestbemessungsgrundlage für Selbstständige?
Die Mindestbemessungsgrundlage greift immer dann, wenn dein Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit unter diesem Betrag liegt. Das kann in der Gründungsphase der Fall sein, wenn du nebenberuflich selbstständig bist oder wenn dein Geschäft gerade nicht gut läuft. Die Krankenkasse fordert in der Regel einen Einkommensnachweis, zum Beispiel den aktuellen Steuerbescheid oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
Wichtig ist, dass die Kasse dein Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit nach Abzug der Betriebsausgaben betrachtet. Wenn du Gewinne erzielst, die über der Mindestbemessungsgrundlage liegen, steigt dein Beitrag entsprechend. Die Obergrenze bildet die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro monatlich. Alles, was darüber liegt, wird nicht mehr für den Beitrag herangezogen.
Welche Krankenkassen sind für Selbstständige am günstigsten?
Der Zusatzbeitrag macht den entscheidenden Unterschied. Die BKK firmus hat mit 2,18 Prozent einen niedrigen Zusatzbeitrag, ist aber nur in zehn Bundesländern verfügbar. Weitere Kassen mit niedrigen Zusatzbeiträgen sind die TUI BKK mit 2,50 Prozent, die hkk mit 2,59 Prozent und die Techniker Krankenkasse mit 2,69 Prozent. Am anderen Ende der Skala stehen die IKK classic mit 3,85 Prozent ab dem 1. August 2026, die Barmer mit 3,29 Prozent und die DAK mit 3,20 Prozent.
Für dich als Selbstständiger kann der Vergleich besonders relevant sein, weil du den vollen Beitrag selbst trägst. Der Unterschied zwischen Kassen mit niedrigen und hohen Zusatzbeiträgen kann mehrere Hundert Euro im Jahr ausmachen.
Wie funktioniert der Krankenkassenwechsel für Selbstständige?
Du kannst deine Krankenkasse wechseln, wenn du mindestens zwölf Monate Mitglied bist. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Ein Sonderkündigungsrecht hast du, wenn deine Kasse den Zusatzbeitrag erhöht. Dann kannst du bis zum Ende des Monats kündigen, in dem der neue Beitrag erstmals fällig wird. Die zwölf Monate Bindung gelten in diesem Fall nicht.
Die IKK classic zum Beispiel erhöht ihren Zusatzbeitrag zum 1. August 2026 auf 3,85 Prozent. Wenn du dort versichert bist, kannst du bis Ende August kündigen und zu einer anderen Kasse wechseln. Der Wechsel selbst ist unkompliziert: Du kündigst schriftlich bei deiner alten Kasse, suchst dir eine neue aus und beantragst dort die Mitgliedschaft. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht, die Aufnahme erfolgt ohne Wenn und Aber.
Gibt es Ermäßigungen beim Mindestbeitrag für Selbstständige?
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du einen ermäßigten Beitragssatz nutzen. Dieser gilt, wenn du keinen Anspruch auf Krankengeld hast. Viele hauptberuflich Selbstständige verzichten auf Krankengeld und wählen den ermäßigten Satz. Zusätzlich kommt auch hier der Zusatzbeitrag der jeweiligen Kasse.
Der Unterschied zwischen den Kassen bleibt beim ermäßigten Satz bestehen. Wenn du auf Krankengeld verzichtest, sparst du zwar etwas Beitrag, hast aber im Krankheitsfall ab der siebten Woche kein Einkommen mehr aus der Krankenkasse.
Was zahlen Selbstständige zur Pflegeversicherung?
Zusätzlich zum Krankenversicherungsbeitrag zahlst du als Selbstständiger auch in die soziale Pflegeversicherung ein. Auch hier trägst du als Selbstständiger den vollen Beitrag allein.
Fristen im Überblick
Zwölf Monate Bindungsfrist ab Beginn der Mitgliedschaft
Zwei Monate Kündigungsfrist zum Monatsende
Sonderkündigung bei Zusatzbeitragerhöhung bis Ende des Monats, in dem der neue Beitrag erstmals fällig wird
IKK classic Beitragserhöhung zum 1. August 2026, Sonderkündigung bis Ende August möglich
Für wen ist was wichtig: Wenn du gerade erst selbstständig startest und noch wenig verdienst, musst du trotzdem mit dem Mindestbeitrag rechnen. Ein Vergleich der Kassen kann sich lohnen, denn der Unterschied beim Zusatzbeitrag summiert sich schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr. Wenn dein Einkommen steigt, steigt auch dein Beitrag, bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro. Nutze das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen, um zu einer anderen Kasse zu wechseln. Wenn du auf Krankengeld verzichten kannst, prüfe den ermäßigten Beitragssatz. Die Pflegeversicherung kommt immer obendrauf.
Was du jetzt tun kannst
Prüfe zunächst, wie hoch dein tatsächliches Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit ist und ob bei dir die Mindestbemessungsgrundlage greift. Vergleiche dann die Zusatzbeiträge der verschiedenen Kassen. Wenn du bei einer Kasse mit hohem Zusatzbeitrag versichert bist und schon länger als zwölf Monate Mitglied bist, kannst du kündigen und wechseln. Nutze bei Beitragserhöhungen sofort das Sonderkündigungsrecht. Berechne auch, ob der ermäßigte Beitragssatz für dich infrage kommt. Jeder gesparte Euro zählt, gerade in der Gründungsphase oder bei schwankendem Einkommen.
Jetzt Krankenkassen vergleichen und wechseln
Häufige Fragen
Muss ich als Selbstständiger den vollen Krankenkassenbeitrag allein zahlen? Ja, als Selbstständiger gibt es keine Arbeitgeberbeteiligung. Du trägst sowohl den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent als auch den Zusatzbeitrag deiner Kasse komplett selbst. Das gilt auch für die Pflegeversicherung.
Was passiert bei schwankendem Einkommen als Selbstständiger? Die Krankenkasse passt deinen Beitrag in der Regel einmal jährlich auf Basis deines aktuellen Einkommensnachweises an. Wenn dein Einkommen sinkt, kann auch dein Beitrag sinken, allerdings nie unter den Mindestbeitrag. Bei steigendem Einkommen steigt der Beitrag entsprechend, maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro.
Kann ich als Selbstständiger in die private Krankenversicherung wechseln? Ja, als Selbstständiger kannst du dich grundsätzlich privat versichern, unabhängig von deinem Einkommen. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 6.450 Euro monatlich gilt nur für Angestellte. Die Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Einkommen ab. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Versicherung ist später oft schwierig.
Gilt die Mindestbemessungsgrundlage auch für nebenberuflich Selbstständige? Nein, wenn du hauptberuflich angestellt bist und nur nebenberuflich selbstständig, zahlst du deinen Krankenversicherungsbeitrag über dein Angestellteneinkommen. Das Einkommen aus der Nebentätigkeit wird in der Regel nicht zusätzlich verbeitragt, solange die Selbstständigkeit nebenberuflich bleibt.
Wie weise ich mein Einkommen als Selbstständiger gegenüber der Krankenkasse nach? Die Krankenkasse fordert üblicherweise deinen aktuellen Einkommensteuerbescheid oder eine aktuelle Einnahmen-Überschuss-Rechnung. In der Gründungsphase kann auch eine Prognoserechnung oder Gewinnschätzung ausreichen. Die Kasse prüft dann, ob die Mindestbemessungsgrundlage greift oder ob dein tatsächliches Einkommen höher liegt.
Über den Autor Agon Ramadani – Gründer von Plinius Finconsult, einem der führenden Institute für unabhängiges Financial Planning. Schwerpunkt: unabhängige Einordnung rund um gesetzliche Krankenversicherung und Kassenwechsel.
Fachlich geprüft von der Redaktion der Plinius Finconsult GmbH (Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO). Vermittlerregister-Nr. D-8U2Y-T93F8-53 – verifizierbar: https://www.vermittlerregister.info/recherche?a=suche®isternummer=D-8U2Y-T93F8-53
Datenstand: August 2026 · Zuletzt aktualisiert: 25.08.2026
Quellen: Informationen basieren auf den gesetzlichen Regelungen in Paragraph 173, Paragraph 175 Absatz 1 und 4, Paragraph 242 und Paragraph 10 SGB V sowie den aktuellen Rechengrößen 2026 der gesetzlichen Krankenversicherung. Beitragssätze stammen aus den offiziellen Bekanntmachungen der genannten Krankenkassen.

